Relativismusproblem und die engagierte Wissenschaft @ Königsworther Platz 1, 30167 Hannover, Deutschland, Hannover [28. Juni]

Relativismusproblem und die engagierte Wissenschaft


27
28.
Juni
12:00 - 14:00

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Königsworther Platz 1, 30167 Hannover, Deutschland
Für den 28.06.2017 hat der Arbeitskreis „Zum Umgang mit menschenfeindlichen Ideologien“ Dr. Felix Riedel (Freier Autor aus Marburg) eingeladen. Der Titel des Vortrages lautet: «Relativismusproblem und die engagierte Wissenschaft — von den Fake Sciences zu den Fake News über Israel»:
Der Relativismus in der aufklärerischen Ethnologie hatte konkrete Gegenstände und Zwecke: Den Abbau von falschen Urteilen und Rassismus. Mit Evans-Pritchard wird jedoch um 1938 in die Ethnologie ein vorphilosophischer Rationalitätsbegriff eingeführt, der Hexereianklagen bei den Azande im Sudan für völlig rational erklärte. Aufklärungsprobleme traten fortan in den Hintergrund. Das Problem der Wahrheit in den Hexereivorstellungen wurde zu einem der beobachtbaren Praktiken. Spätere relativistischen Modelle aus der Ethnologie, insbesondere bei Leví-Strauss, inspirierten den Poststrukturalismus und wirkten so in die Soziologie hinein. Die Gleichgültigkeit gegen Aufklärungsrückstände in der kulturalistischen Ethnologie traf auf den Drang zum Engagement in der linken, antiimperialistischen Soziologie. So entstand das als Aufklärung maskierte Engagement gegen Aufklärung.
Das Vokabular der relativistischen Ethnologie über Gerüchte und Körperkonzepte nahm vorweg, was heute als «alternative facts» kursiert. Sinngebung und Bedeutung für den Gläubigen rückten in den Vordergrund. Parallel dazu entstand die Identitätspolitik des «Betroffenheitsfeminismus». Wahr gilt, was gefühlt wird. Geschichte als Wissenschaft und Wahrheit als Ideal wurden für überholt erklärt. In dieser Melange aus Relativismus und Identitätspolitik fand die antiisraelische BDS-Bewegung ideale Bedingungen vor. Sie dominiert heute die US-amerikanische Ethnologie und Geschlechterforschung. Das Narrativ von Fatah und Hamas bleibt ebenso unangefochten wie die Narrative über Körper, Seelen und Hexen.

Diese Veranstaltung ist Teil der Ringvorlesung des AKs, welche sich in Sommersemester 2017 der Frage „Wie politisch darf/soll/muss Wissenschaft sein?“ zuwendet. Die eingeladenen Vortragenden widmen sich dem Verhältnis zwischen wissenschaftlicher Erkenntnis und Politik aus verschiedenen Perspektiven, u.a. aus der Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie, der Politikwissenschaft, Erziehungswissenschaft und der Soziologie. In den Vorträgen wird nach der politischen Verfasstheit von akademischen Prozessen der Wissensgewinnung gefragt und der Zusammenhang zwischen dem Anspruch an Neutralität und Objektivität und der gesellschaftlichen Verortung von Wissenschaft reflektiert. Folgende zentrale Fragen werden von den Referentinnen und Referenten erörtert:

• Kann Forschung unpolitisch sein?
• Inwiefern ist der Anspruch auf „Objektivität“, „Neutralität“ und „Wahrheit“ selbst schon politisch?
• Verträgt sich politisches Engagement mit dem Neutralitäts- und Wahrheitsanspruch der Wissenschaft?

Ort: Leibniz Universität Hannover – Contihochhaus (Gebäude 1502); Raum 003; Königsworther Platz 1, 30167 Hannover

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